Ihr Vermögen liegt nicht bei der Bank – es sitzt auf Ihrem Bürostuhl!

Teil eins der Serie: „Humankapital – der vergessene Vermögenswert“

Die private Finanzplanung hat das Ziel, sowohl das Vermögen wie auch die Schulden einer Person zu betrachten und auf Basis der individuellen Ziele und Wünsche Strategien zu entwickeln, um diese erreichen zu können. Hierbei spielen nicht nur die reine Gelanlage, sondern auch das Kreditmanagement sowie die Auswahl geeigneter Versicherungen eine Rolle.

 

Allerdings liegt der Fokus häufig auf der Kapitalanlageseite. Als Basis wird im besten Fall die bestehende Vermögensstruktur analysiert sowie die Risikobereitschaft des Kunden ermittelt. Auf Basis dieser Informationen wird anschließend ein Portfolio zusammengestellt, dass die zur Zielerreichung notwendige Rendite erwirtschaften kann und gleichzeitig die individuelle Risikobereitschaft berücksichtigt. In ausführlichen Gesprächen und noch viel ausführlicheren schriftlichen Ausarbeitungen werden die Kapitalanlagen erläutert: Aktien, Anleihen, Rohstoffe – welche Branchen und Länder, aktive oder passive Vehikel??? Natürlich darf auch eine Portfolioversicherung nicht fehlen, um größere Verluste der Kapitalanlagen zu vermeiden – auch hier stehen zahlreiche Instrumente zur Verfügung und je nach Größe des Vermögens wird auch an dieser Stelle viel Beratungszeit investiert.

 

Sicherlich ist die Strukturierung der Kapitalanlage ein wichtiger Bestandteil der privaten Finanzplanung und es ist sinnvoll, einen wesentlichen Teil der Beratungszeit hierauf zu verwenden – insbesondere, wenn es sich um komplexere Strategien handelt.

 

ABER: Im Rahmen jedes Beratungsgespräches zur privaten Finanzplanung wird als eine elementare Versicherung die Berufsunfähigkeitsversicherung genannt. Warum? Weil ein Wegfall des Arbeitseinkommens aufgrund der Berufsunfähigkeit* einen so signifikanten Einfluss auf das weitere Leben und die Zielerreichung des Kunden hat, dass selbst die beste Kapitalanlage und das perfekt strukturierteste Portfolio in den meisten Fällen nicht mal ansatzweise zur Zielerreichung führen.

 

Das Arbeitseinkommen hat also einen überaus großen Einfluss auf die Lebensplanung und die finanzielle Zielerreichung eines Menschen. Der heutige Wert aller zukünftigen Arbeitseinkommen wird in Expertenkreisen als Humankapital bezeichnet. Das Humankapital wird in seiner Höhe durch zahlreiche Einflussfaktoren beeinflusst (Ausbildungsgrad, verbleibende Arbeitszeit etc.).

 

Insbesondere für jüngere und weniger vermögende Personen ist das Humankapital häufig der größte Vermögenswert (den sie jemals besitzen werden). Daher muss die Frage erlaubt sein, weswegen diesem Aspekt in der Finanzplanung häufig gar keine oder nur indirekt Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Hierbei geht es nicht um die exakte Bestimmung der Höhe des Humankapitals. Es geht darum, den sich über diesen überaus wichtigen Vermögenswert bewusst zu werden und die Risikoquellen herauszustellen, die ihn in seinem Wert bedrohen. Diese sind von Person zu Person unterschiedlich und einige sind sofort erkennbar, andere erst auf den zweiten Blick.

 

 

*An dieser Stelle möchte ich nicht näher auf die unterschiedlichen Definitionen der gesetzlichen Rentenversicherung sowie privater Versicherungsunternehmen hinsichtlich der vollständigen oder teilweisen Berufsunfähigkeit etc. eingehen

Unsere Partner